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Feuerwehrmänner bilden sich in Sachen

 

 

Erste-Hilfe-Leistung weiter

 

 

Heike und Nico Reimann vermitteln theoretisches und praktisches Wissen

 
 

Brandbekämpfung ist bekanntlich die wichtigste Aufgabe der Feuerwehrleute. Dazu gehört natürlich auch die Rettung von Menschenleben. Doch wie müssen die Einsatzkräfte bei Brandverletzungen, Verätzungen oder Kreislaufversagen der aus Flammen und Rauch geborgenen Menschen vor Ort reagieren? Umfangreiches theoretisches Wissen und praktische Anwendungen erhielten auf diese Frage die Feuerwehrmänner der Caselwitzer, Tremnitzer und Moschwitzer Wehren während einer Erste-Hilfe-Weiterbildung am Freitagabend in der Obergrochlitzer Turnhalle vermittelt. Anhand einer im wahrsten Sinne des Wortes von Claudia Proft hautnah präparierten Notfalldarstellung einer schweren Brandverletzung erläuterte die in der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH als OP-Schwester tätige Heike Reimann die wichtigsten Sofortmaßnahmen, die bis zum Eintreffen des alarmierten Notarztes durchgeführt werden sollten. Dazu gehören unter anderem das Entfernen von Kleidung und Verbrennungsrückständen. Ebenso wichtig ist eine sterile Abdeckung der großen Brandwunde, damit keine Keime eindringen können. Von einer Behandlung mit Wasser sei in diesem ebenfalls Fall abzuraten, da das am Einsatzort vorhandene Wasser Verunreinigungen und damit Keime enthalten könnte. Die Haut, bestehend aus mehreren Schichten, ist bekanntlich das größte Organ des Menschen und die Schwere der Schädigung kann während einer Notfallbehandlung nicht festgestellt werden. Auf alle Fälle sollte nach Möglichkeit versucht werden, Uhr, Ringe und Armreifen zu entfernen, da durch Schwellungen die Extremitäten anschwellen und abgeschnürt werden könnten. Ebenso wurde über die Behandlung von Verätzungen und Erfrierungen ausführlich gesprochen.

Doch was ist zu tun, wenn die gerettete Person einen Herz- und Kreislaufstillstand erlitten hat?

Über die dabei einzuleitenden Sofortmaßnahmen referierte der ebenfalls im Greizer Krankenhaus tätige Pflegedienstleiter und OP- Koordinator Nico Reimann, der über eine Ausbildung als Kundiger in Lebensrettenden – und Sofortmaßnahmen und erweiterten Lebensrettungsmaßnahmen verfügt. „Wichtig ist zu wissen, dass Hilfeleistung Pflicht eines jeden Bürgers ist. Unterlassene Hilfeleistung stellt einen Straftatbestand dar. Fehler bei einer Erste-Hilfe-Leistung werden nicht bestraft“, stellte er eingangs klar. Als erste Maßnahmen sollte der Zustand der betroffenen Person überprüft werden, indem beispielsweise der Puls an beiden Halsschlagadern durch Ertasten sowie die Atmung durch Hören, Fühlen und Beobachten erspürt werden kann. Wie eine Reanimation vor Ort bis zum Eintreffen des Notarztes durchgeführt werden muss, konnten die Feuerwehrmänner durch praktisches Üben an einem Dummy erfahren. Dabei hieß es, erst einmal den richtigen Druckpunkt finden und mit nicht zu unterschätzender Kraftanstrengung die Kompression auszuführen, die mit einem Druck von bis zu 25 Kilo erfolgt. Dabei sollte nach jeder Sequenz überprüft werden, ob die Maßnahme erfolgreich ist. Von umherstehenden Gaffern sollte man sich nicht beeinflussen lassen, riet Nico Reimann, der übrigens auch das Verwaltungs- und Pflegepersonal des Krankenhauses diesbezüglich schult. Welche Kraftanstrengung während der Reanimierung mittels Kompression konnte wie weitere Kameraden auch der Tremnitzer Feurwehrmann Frank Vogel erfahren. „Das war sehr anstrengend. Zum Glück kam ich noch nicht in eine solche Situation. Jetzt würde ich mich dabei sicherer fühlen. Ebenso interessant war für mich die herangehensweise bei Brandverletzungen, das war alles sehr aufschlussreich und auf alle Fälle eine Bereicherung“, erklärte er.

Der Caselwitzer Wehrleiter Thomas Proft dankte Heike und Nico Reimann für ihre umfangreiche Wissensvermittlung an die Männer der drei Ortsteilfeuerwehren, die ihre Ausbildung stets gemeinsam durchführen.

 
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C. F.