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Im Greizer Kinderheim “Walter Riedel” wurde

 

 

zünftig gefeiert

 

 

Der Greizer Lionsclub mit dem Präsidenten Peter Kniebel (4. von links), Bürgermeister Alexander Schulze (links)

und Wilhelm Wüstner übergeben 500 Euro an die Kinderheimleiterin Kerstin Walther (3. von links)

und Angelina Barth.

 

Anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Greizer Kinderheimes “Walter Riedel” wurde zünftig gefeiert. Unter den vielen Gästen wurden die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert (SPD) und der parteilose Greizer Bürgermeister Alexander Schulze begrüßt, die nicht mit leeren Händen kamen. Während gleich am Beginn der Veranstaltung Bürgermeister Schulze als Lionsmitglied gemeinsam mit dem Präsidenten der Greizer Löwen, Peter Kniebel und dem Vorstandsmitglied Wilhelm Wüstner einen Geldbetrag in Höhe von 500 Euro übergaben, spendete die Sparkasse Gera-Greiz auf Anregung Schulzes 200 Euro aus dem Erlös der Einnahmen des Abends von Sekt in the City.

 

Finanzministerin Heike Taubert und Greizer Bürgermeister Alexander Schulze

 

Heike Taubert, die in der Vergangenheit dem Haus schon mehrere Spenden übergeben konnte, überreichte100 Euro. Begrüßt wurden alle Gäste von Kerstin Walther, die das Kinderheim seit 2015 leitet und dem Vorstandsvorsitzenden des AWO-Kreisverbandes Greiz, Enrico Heinke sowie der Präsidentin dieser Organisation, Katrin Liebetrau ebenfalls herzlich willkommen hieß. Seit 1993 befindet sich das Kinderheim in Trägerschaft des AWO Kreisverbandes Greiz e.V., was natürlich gleich mit gefeiert wurde. „Wir sind froh, dass es eine solch geschichtsträchtige Einrichtung unter der AWO-Trägerschaft gibt“, erklärte dazu Heinke

Der Tag galt vor allem aber den 14 Heimbewohnern im Alter von sechs bis 16 Jahren sowie den Mitarbeitern der Einrichtung, die gemeinsam mit den Gästen in dem festlich hergerichteten Garten in der Goethestraße unter den Klängen der Neugernsdorfer Schalmeienmusikanten samt ihrer Tanzmäuse feierten.

Dazu gehörte die jugendliche Heimbewohnerin Angelina Barth, die verkünden konnte, dass bereits am Vormittag das Ortsjugendwerk der AWO Greiz gegründet wurde. Dahinter steckt die Idee, dass die Bewohner des Kinderheimes künftig ihre Vorstellungen in die Freizeitgestaltung mit Ausfahrten, Feiern oder weitere Projekte selbst einbringen können. Angelina Barth, die zur Vorsitzenden des Ortsjugendwerkes gewählt wurde, verlas einen Brief von Sonja Elm, der heute 90-jährigen Tochter des Namensträgers des Kinderheimes, die in Berlin lebt und auch im Namen ihres Bruders gratulierte.

 Beide konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, versprachen aber ein kleines Geburtstagsgeschenk. Walter Riedel, 1899 als Sohn einer Arbeiterfamilie in Greiz geboren und wirkte unter anderem ab 1946 als Direktor der damaligen pädagogischen Fachschule in seiner Geburtsstadt. Er musste bereits im 1. Weltkrieg als Soldat dienen und wurde aufgrund seiner politischen Gesinnung ein Jahr in ein Konzentrationslager gesperrt. Er verstarb bereits mit 51 Jahren.

„Kindern ein Heim geben heißt auch Heimat für bestimmte Zeit zu sein, in der man sich wohl fühlt, zusammenlebt, fürs Leben lernt, sich streitet und verträgt, seine Sorgen, Ängste und Nöte miteinander teilt, sich Rat holt, gemeinsam lacht und auch manchmal weint oder so wie wir heute gemeinsam feiern“, beschrieb die Leiterin Kerstin Walther, die gleichzeitig einen Überblick über die Geschichte der Einrichtung vermittelte. Im Januar 1894 stellte Lina Arnold 310 000 Mark als Stiftungskapital für ein Ernst und Lina Arnold Kinderheim der Stadt Greiz zur Verfügung. 1898 kaufte der Greizer Bürgermeister Thomas für 68 000 Mark die Steinersche Gärtnerei und wurde am 12. September des gleichen Jahres eröffnet. Erste Heimleiterin war bis 1907 Marie Draudt, verantwortlich für 55 Kinder im Vorschulalter, die tagsüber mit einem Pflegesatz von 60 Pfennigen betreut wurden. Das ist mit dem heutigen familienorientierten, aber nicht familienersetzendem Zusammenleben nicht zu vergleichen. Insgesamt elf Pädagogen führten bis 2015 das Heim.

 

 

Die Kinder ließen viele bunte Luftballons mit ebenso vielen Wünschen wie Geborgenheit und Gesundheit in den blauen Himmel steigen-

„Im Namen der Geschäftsleitung möchte ich allen Mitarbeitern danken, die sich mit viel Herzblut in diesem Haus engagieren und auch allen, die diese Feier auf die Beine gestellt haben“, erklärte Enrico Heinke, bevor die Besucher während eines Rundganges die modern ausgestattete Einrichtung besichtigten und mit den Bewohnern ins Gespräch kommen konnten.

 C. F.

 

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C. F.