Alaunwerk
Holzbrücke
Teufelskanzel
Neumühle
Schlötengrund
Bildhaus
Märchenwald
Waldhaus Herbst
Wünschendorf
Vogtlandbrücken
Pöhl

Sie können alle Bilder großklicken

Hirschwiese

Hirschwiese

Wir fahren mit dem Bus nach Gommla und gehen durchs Dorf bis zur alten Schule. Heute ist hier der Waldwichtelkindergarten untergebracht. An der Schnarrtanne (405 m ü. NN) beginnt unsere Wanderung. Wir gehen die Waldstrasse leicht abwärts bis zu einer Wiese mit großen Kastanien. An der ersten Weggablung gehen wir noch vorbei. Hinter der Wiese, bei der nächsten Weggablung biegen wir links in Richtung Amtsreuth ein.


 

Nun sind wir auf den mit einem roten Punkt gekennzeichneten Weg. Dieser führt uns zu den Klingensteinen und zur Teufelskanzel. Die Klingensteine liegen ca. 15 m rechts neben den Weg, wenn man nicht aufpasst, läuft man vorbei. Leider gibt es am Weg kein Hinweisschild. Man kann sich nur nach den Baumgipfeln orientieren, da die Bäume dort unterhalb der Felswand stehen. Die Klingensteine sind stark mit Quarz durchzogen. Wir gehen den Weg weiter und kommen dann an eine Weggablung, der wir nach rechts folgen.

 

Eine Teilansicht Klingensteine

 Der Weg geht jetzt teilweise steil nach unten. Die Teufelskanzel sieht man schon von oben. Die Teufelskanzel ist ein aus den Waldboden herausragender Quarzitfelsen. Auf Bergseite ist der Felsen ca. 6-7 m hoch. Auf der Talseite ist bis 10 m hoch. Das Ersteigen des Felsen ist nicht jedermanns Sache. Die Teufelskanzel liegt 370 m ü. NN. Leider kann man durch die hohen Fichten die Elster im Tal nicht mehr sehen. Aber es geht die Sage, hier habe der Teufel in grauer Vorzeit gepredigt, und darum heißt dieser Felskegel die Teufelskanzel. Diese Greizer Sage werde ich am Schluss der Wanderung anfügen.

 

Blick von der Teufelskanzel

Teufelskanzel

 

   Die Ida Höhe ein ruhiger Ort zum Verweilen

 

Vor der Teufelskanzel ist wieder ein Wegweiser, von hier ist es noch 1 km zur Ida Höhe und 2 km bis zum Greizer Park. Wir gehen durch den Fichtenwald zur Idahöhe. Diese wurde der Prinzessin Ida (1852-1892) gewidmet. Hier befindet sich auf einer Waldlichtung ein aus Steinen erstelltes Monument. Da war ein Bildnis des Fürsten angebracht. Heute ist hier nur noch eine verwitterte Steintafel mit einen nicht mehr richtig lesbaren Gedicht von J.W. v. Goethe.

Auf der Lichtung steht auch eine Bank mit Tisch, diese ladet zum verweilen ein. Die Sicht auf den Park und das Greizer Schloss ist auch hier durch die großen Bäume verwehrt.

 

 

Herr Wolfgang Neudeck, ein gebürtiger Greizer fand im Internet die Website www.greiz-vogtlandperle.de und erfreute sich an dieser Wanderung, denn sie ließ ihm seine Erinnerungen an seine letzte Wanderung zur Ida Höhe 1955 neu erleben. Herr Neudeck schickte mir per Mail diese Bilder von 1955, die ich Ihnen zeigen darf, wo für ich mich ganz herzlich bedanke. Auf seinen Bildern ist die Gedenktafel noch im Original zusehen.

 

   

 

Hier sieht man ein Originalbild der Ida-Höhe zum Tag der Denkmalweihe am 19. April 1914, wie sie früher einmal aussah.
Das Bild bekam ich per Mail zugeschickt, dafür möchte ich mich bei Herren Sven Klein herzlich bedanken.



 

 

Wir gehen den Weg weiter abwärts und stoßen auf den Thüringenweg. Hier geht’s nach rechts und nach einer links Kurve verlassen wir diesen wieder und kommen zur Elften Stunde. Diese ist ein kleines tief in den Berg eingeschnittenes Tal mit einem kleinen Bach. Der Name stammt noch aus alten Bergbauzeiten. Unten angekommen, sind wir jetzt im Elstertal. Wir gehen nach rechts, und folgen der Weisen Elster, bis wir an die Luftbrücke kommen, diese führt uns nun in den Greizer Park. Der Weg ist gesundheitlich keine große Belastung, da wir von Gommla (405 m ü. NN) kommen und fast immer bergab gehen.
Anmerkung des Webmasters: Es wäre schön, wenn man den ausgeschilderten Wanderweg von der Idahöhe zur Elften Stunde von umgestürzten Bäumen und die Treppen von den Laubhäufen beräumen würde.


 

 

 

Blick vom Gommlaerberg auf das Obere Schloss

 

Die Sage von der Teufelskanzel
 

Die Mühle unter der Teufelskanzel

Der Spaziergänger, der nach Verlassen des Greizer Parks auf dem schmalen Waldpfad zum Weißen Kreuz seine Blicke auf den jenseitigen bewaldeten Berghang am linken Elsterufer richtet, sieht zwischen den Stämmen des Hochwaldes einen massigen, schwer zugänglichen Quarzitblock emporragen, der in jähem Sturz zum Elstertal abfällt. Eine schmale Plattform, die man nach mühsamem Klettern erreicht, gewährt einen lohnenden Blick ins Flußtal und auf das andere Ufer mit dem Hirschstein und seinen Klippen.
Es geht die Sage, hier habe der Teufel in grauer Vorzeit gepredigt, und darum heißt dieser Felskegel die Teufelskanzel. Hier habe sich auch zuweilen eine riesige Gestalt gezeigt, die einen Fuß auf die Kanzel und den anderen auf die klippigen Vorsprünge des Hirschsteins gesetzt habe, so daß sie Fluß und Tal mit beiden Beinen gleich einer Brücke mit einem einzigen Riesenbogen überspannten. Nur wenige Schritte südlich der Teufelskanzel erhebt sich ein anderes Felsmassiv, der Klingenstein. Hinter dieser Felsklippe, und unten im Tal beim alten Fischerhäuschen am Parkausgang, trieb vordem der Wilde Jäger mit lautem Hussa! und Hallo! unter Peitschenknall und Hundegebell nächtlicherweile talauf, talab sein Wesen.
Am Fuße des von Hochwald bestandenen linksseitigen Berghanges schlängelt sich die Elster durch die Wiesenaue, deren Wasser an dieser Stelle einst durch das Sauwehr gestaut wurde. Ein gutes Stück oberhalb stand vor Zeiten am rechten Elsterufer eine Mühle, in der wohnte ein Müller mit seinem Töchterchen. Er war bekannt als ein roher und boshafter Mann, dessen Sinn nur nach Geld und Gewinn stand, der die Not der armen Leute ausnutzte, Wucher trieb und sie vom Hof jagte, wenn sie um wenig Brot oder Mehl an seine Tür klopften.
Um so milder und barmherziger, und von Herzen gut und hilfsbereit war die kleine Müllerstochter. Doch den bösen Sinn ihres Vaters vermochte sie nicht zu ändern. So lieb auch der Müller seine Tochter hatte, ihren Bitten gegenüber blieb er taub und verstockt. Darum verrichtete sie auch immer still, aber oft vor Kummer weinend, ihre Hausarbeit. Oft suchte sie allein auf einsamen Waldpfaden Trost und Ablenkung von ihrem Leid.
Hoch oben von seiner Kanzel aus hielt der Teufel stets Ausschau nach dem Müller, denn es gelüstete ihn nach seiner Seele. Er konnte aber nie in ihren Besitz kommen, solange das fromme Mädchen in der Nähe der Mühle weilte, weil das Böse vor dem Guten flieht.
An einem schwülen Sommertag, als das Mädchen seine Arbeit in Haus und Hof verrichtet hatte, verließ es die Mühle, um auf schattigen Waldwegen Ruhe und Erholung zu suchen. Dabei entfernte sich das Kind immer weiter von der väterlichen Behausung.
Es bemerkte nicht, wie hinter der Teufelskanzel schwarz drohende Gewitterwolken aufstiegen, denn es wandelte unter dicht belaubten Waldbäumen. Als sich der Himmel immer mehr verfinsterte, bemerkte auch der Müller das aufziehende Gewitter. Er rief laut nach seiner Tochter, doch seine Stimme verschlang der heulende Gewittersturm. Da er keine Antwort erhielt, ergrimmte er, fluchte und wütete wie von Sinnen. Dann stieß er in maßloser Wut einen so grässlichen Fluch aus, daß der Böse hoch oben auf der Teufelskanzel ein laut schallendes Hohngelächter anstimmte. Jetzt war für ihn die längst erhoffte Gelegenheit gekommen, sich des Müllers und seiner Seele zu bemächtigen.
Plötzlich zuckte ein greller Blitzstrahl vom Himmel, die Erde erzitterte und bebte. In Windeseile wälzten sich die Hochwasserfluten der Elster daher und riß die Mühle in den offenen Schlund der Erde. Hinab in die Tiefe fuhr auch der Teufel mit Leib und Seele des bösen Müllers.
Auch sein Töchterchen hatte den Donnerschlag vernommen und eilte, von Angst und Schrecken gejagt, der Mühle zu. Es war aber auch die Wilde Jagd entfesselt, und schneller noch als das Mädchen laufen konnte, tobte der Wilde Jäger hinter ihm her. Schon streckte er die Hand nach ihm aus, um auch die Fliehende zu verderben, als plötzlich der getreue Eckart, des Wilden Jägers warnender Vorbote, das zu Tode erschrockene Kind in seine schützende Obhut nahm und es zu guten Menschen führte, denen es einst geholfen hatte.

Nach Franz Weidmann (gekürzt)
Quelle: “Die Mühle unter der Teufelskanzel”, von Rudolf Schramm,